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Wie kann man den Kaninchenstall abdunkeln?

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Schon bei der Wahl des Standortes geht es darum, dem Außenstall weder in einer dauerhaft dunklen Ecke einzubauen noch in der prallen Sonne aufzustellen. Deine Hoppler reagieren empfindlich auf ungünstige Wetterbedingungen, sei es Kälte, Wind, Nässe oder Wärme.

Am besten steht das Gehege neben einem Baum, einer Hecke oder großen Sträuchern. Im Sommer spendet die Bepflanzung natürlichen Schatten (erkundige dich vorsichtshalber, ob der benachbarte Strauch oder Baum unbedenklich oder giftig ist). Wenn dort eine Eibe, Goldregen oder eine Ilex-Hecke (Stechpalme) steht, suche dir besser einen anderen Platz aus. Efeuranken brauchst du nicht abzuschneiden, wenn sie in Reichweite ranken. Aber all dies sind Themen, die zwar Schatten spenden und daher grundsätzlich wichtig sind, die wir aber in einem separaten Artikel über den richtigen Standort eines Stalles besprochen haben.

In diesem Artikel soll es jedoch vordergründig um die Abdunklung eines Stalles gehen, ganz egal, wo dieser letztlich steht. Beginnen wir mit der entscheidenden Frage: Warum überhaupt einen Kaninchenstall abdunkeln?

Warum sollte man den Kaninchenstall überhaupt abdunkeln?

Eine Überdachung hält im Sommer die größte Hitze vom Stall fern. Da Kaninchen Fluchttiere sind, sitzen sie lieber unter einem offenen geschützten Bereich, als in ihrer Hütte, die nach intensiver Sonneneinstrahlung so heiß wie ein Backofen werden kann. Bei schlechtem Wetter hält die Abdeckung Nässe fern, was schädlicher Schimmelbildung und muffeligen Gerüchen in der Einstreu vorbeugt.

Möchtest du deinen Kaninchenstall mit einer Abdunklung ausstatten, sollte die Abdeckung also keinen Hitzestau erzeugen. Die Seiten des Stalls sollten so weit frei stehen, dass genügend Luft zirkulieren kann. Nicht nur Futter und frisches Gemüse verderben schnell in praller Sonne, sondern ein feuchtwarmer Stall ist ein idealer Brutplatz für Milben, Bakterien und Schimmel.

Im Winter macht deinen Kaninchen bei ständiger Außenhaltung die Kälte im Winter nichts aus, denn sie haben ja dickes Fell. Die Abdunklung soll viel mehr vor hereingewehten Schneeflocken und Wind schützen, die den Kot und Futterreste auf dem Boden anfrieren lassen.

Tipps und Tricks

Im folgenden Abschnitt findest du einige Tipps und Hinweise, wie du deinen Stall bei jedem Wetter abdunkeln kannst. So können sich deine Ninchen selbst einen bevorzugten Platz auswählen.

  • Auf Gitterkäfige kannst du im Hochsommer nasse Badelaken oder eine helle Decke legen, falls kein festes Dach vorhanden ist. Notfalls hilft auch Pappe oder eine dünne Sperrholzplatte, die du zusätzlich von der Seite als Sonnenschutz anstellen kannst. Sorge bei diesen Möglichkeiten unbedingt dafür, dass deine Kaninchen nichts davon anknabbern oder sich daran verletzen können.
     
  • Sehr schön fügen sich Schilfmatten in den Garten ein. Diese sind leicht, atmungsaktiv und lassen sich gut mit Bindedraht befestigen, sodass man sie bei Bedarf erneuern kann. Außerdem verdecken sie den Einblick von der Straßenseite her, was deine Kaninchen besser vor Übergriffen schlechter Menschen schützt.
     
  • Im Zoohandel gibt es Sonnensegel aus Netzstoff zu kaufen, die mit Bodenhaken oder an Bändern aufgespannt werden. Das ist eine prima Lösung, wenn der Stall nur stundenweise in der Sonne steht. Ganz ungefährlich und flexibel ist es, einen Sonnenschirm aufzustellen, den du auch nach Sonneneinfall neigen kannst.
     

Beispiel eines Kaninchengeheges mit Sonnenschutz

Beispiel eines Kaninchengeheges mit Sonnenschutz

Ist Abdunkeln im Winter nötig?

In der ungemütlichen Jahreszeit dient der Schutz vorwiegend als Windfang. Passend zu dem Stall-Modell bieten Hersteller für die Außenhaltung isolierende Schutzhüllen an. Ob das zweckmäßig ist, wenn die Kaninchen genügend Rückzugsmöglichkeiten und ein dickes Winterfell haben, sei dahingestellt. In jedem Fall schützen entsprechende Hüllen vor ungewollter Feuchtigkeit und Regen im Stall.

Mit einer soliden, wetterfesten Dachkonstruktion das Oberteil des Kaninchenstalls abzudunkeln, verschafft zudem mehr Platz am Boden, um Knabbertunnel oder nicht wetterfeste Einrichtungsgegenstände auf trockenem Boden anzubieten. Die meisten Gehege sind nur teilweise abgeschirmt, damit sich die Hoppler da hinsetzen können, wo sie mögen.

Als Baumaterial eignen sich gut Doppelstegplatten aus Kunststoff oder Plexiglas, die passend zugeschnitten, fest verschraubt und eventuell dunkel angestrichen werden. Eine weitere Möglichkeit sind Wellplatten, perforierte Platten oder Dachpappe auf einer stabilen Unterkonstruktion aus Holzbalken.

Gern angenommen werden abgedunkelte Rückzugsorte innerhalb des Kaninchenstalls, da Kaninchen in der Natur unterirdischen Bauten anlegen. Wichtig ist hierbei, dass so ein ”Schlafzimmer” mindestens zwei Ausgänge hat und Platz für beide oder alle Bewohner bietet. Weitere Tipps zur eigentlichen Einrichtung eines Stalles findest du übrigens unter diesem Link (Hinweise zur Einrichtung).

Fazit

Wie kann man den Kaninchenstall abdunkeln?
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Bei allen Hinweisen zur Abdunklung eines Kaninchenstalls, kontrolliere bitte unbedingt, ob alle Übergänge marderdicht sind. Da handelsübliche zweistöckige Kaninchenheime viel zu klein und unsicher sind, nutzen erfahrene Halter begehbare eine Kombination aus Ställen mit entsprechendem Kaninchengehege. Auch hier kannst du mit den obigen Tipps einige abgedunkelte oder zumindest lichtreduzierte Bereiche errichten. Deine Tiere werden es dir spätestens an einem heißen Sommertag so richtig danken.


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